The Summer of 2026
Liebe Besucher!
Wie immer verhängt die Weinbauarbeit im Sommer eine Art Nachrichtensperre - und erst wenn die Reife der Trauben beginnt und die Weinberge akkurat getrimmt auf den Herbst warten, tauche ich aus dem Rebengrün mit einem Lebenszeichen und Neuigkeiten aus dem Weingut auf. Die diesjährige Dürre und unsere umfangreichen Maßnahmen der Trockenheit entgegenzuwirken durch Mulchabdeckungen und aktive Bewässerung haben die Nachrichtenpause verlängert und sind natürlich selbst die erste Nachricht wert. Eine dpa Reporter besuchte uns um über die Trockenheit im Weinbau zu berichten:
https://www.n-tv.de/mediathek/videos/wirtschaft/Duerre-und-Hitze-bringen-Weinernte-in-Gefahr-id31177383.html
Gefolgt von einem Journalisten der Agentur AFP, der sich insbesondere für die weinbauliche Anpassung an die veränderten Klimabedingungen interessierte:
https://www.france24.com/en/live-news/20260816-heat-is-on-as-german-winegrowers-struggle-to-protect-vines
Man muß zunächst immer wieder feststellen, daß für die nördlichen Anbaugebiete die Erwärmung des Klimas seit den 1990er Jahren die durchschnittliche Qualität deutlich erhöht hat. Allerdings sind auch zunehmend die Herausforderungen dieser fortlaufenden Entwicklung zu spüren. Dieses Jahr weist unsere agrarmeteorolgische Wetterstation im Bopparder Hamm von Januar bis heute (23.8.2026) Temperaturen von 2,5 Grad Celsius über dem langjährigen Mittel (1981-2010, Koblenz-Horchheim) aus und ein unglaubliches Plus von 436 Sonnenstunden - also schon mehr Sonnenschein als im langjährigen Mittel im ganzen Jahr. Gleichzeitig war es in fast allen Monaten ungewöhnlich trocken und uns fehlten mit 180mm fast 40% des Niederschlages (diese Zahl ist etwas zu groß, da wir in Bopparder Hamm schon immer weniger Niederschlag als in Koblenz haben). Nichts desto trotz ist die Dürresituation im Rheintal dramatisch und erst die letzten Tage brachten einige Niederschläge und etwas Entspannung für die Reben. Der historisch niedrige Pegel im Rhein zeigte, daß auch im großen Einzugsgebiet des Flusses die Niederschläge sehr niedrig waren. Nur durch umfangreiche Maßnahmen konnten wir in den meisten unserer eigenen Weinberge Trockenschäden vermeiden. Unter anderem haben wir 1,85ha unserer Rebfläche mit 400m³ Wasser versorgt und 1000 Strohballen als Mulchschicht verteilt. Wie immer entscheiden die nächsten Wochen über die endgültige Qualität und Menge der Trauben. Ich bin sehr gespannt wie sich Aroma, Farbe, Extrakt und Ertrag bis zur Ernte entwickeln. Reben mit sichtbaren Trockenschäden werden keine besondere Qualität liefern - aber auf den übrigen Flächen ist bei geringeren Ertragserwartungen auch noch Großes möglich. Wir werden es schon bald sehen, denn die Lese beginnt bei uns vermutlich schon am 10. September.