Der Weinherbst 2026
Liebe Weinfreunde,
auch nach 30 Herbsten im Weingut kann ich nur mit Inbrunst wiederholen was mein Vater stets zu sagen pflegte: "Hatten wir so noch nicht!"
Was schon in gewöhnlicheren Jahren gilt, umso mehr trifft es natürlich für den Extremjahrgang 2026 zu! Trockenheit und Hitze, sowie ganz viel Sonnenschein prägten den Jahrgang, und selbst jetzt ist der Rhein sehr klein in seinem Bett und der Wein dem alten Spruch folgend dafür ganz groß! Einen guten Monat nach dem Ende der frühen Lese, nähern sich die meisten Weine dem Ende der Gärung und zeigen bereits ein wenig von Ihrem Potential. Kleine Beeren, kleine Trauben, das hat zu einer geringeren Menge geführt, aber bereits in der Ernte war an den hohen Mostgewichten und dem guten Aroma der Trauben ersichtlich, daß der Jahrgang geschmacklich überwiegend nicht unter der Trockenheit gelitten hatte. Praktisch die ganze Ernte ist Spät- und Auslesequalität und die Jungweine deuten an, dass die "inneren Werte" die hohen Zuckergrade bestätigen. Vielleicht ist 1959 eine Referenz - aber ich bin schlicht zu jung und dieses Vergleichsjahr liegt außerhalb meiner Erinnerung... Man sollte auch bei aller Vorfreude nicht zu früh urteilen.
Etwas erholt nach der anstrengenden Ernte blicke ich zurück auf 30 Jahre und bin enorm dankbar für das Privileg dieses schönen Berufes und für diesen besonderen Jahrgang. Bei aller Mühe und Arbeit ist das Ergebnis am Ende immer auch ganz stark von den Faktoren abhängig, die wir nicht kontrollieren können. Ein guter Jahrgang ist ein Geschenk. Wegen dieses Gnadenjahres mit seiner enorm hohen Durchschnittsqualität und anlässlich unseres Betriebsjubiläums überlegen wir bereits heute, wie wir Ihnen diese Ernte in diesem Geiste preislich dankbar anbieten.
Für heute freue ich mich an dem schönen Erntedankbild der Marienschwestern aus Schönstatt (Dreifaltigkeitskirche, Berg Schönstatt, Vallendar).