Nachdenken

Nachdenken ist die Essenz des Menschseins. Nicht nur das von unbändiger Neugier angetriebene Nachdenken, das uns eine unvergleichliche technische Entwicklung, einen ruhelosen und möglicherweise auch ruchlosen Fortschritt beschert. Sondern vielmehr auch die Fragen nach dem woher, warum und wohin, die uns innehalten lassen: Eine Pause von der alltäglichen Arbeit, in der wir versuchen eine Standortbestimmung vorzunehmen, den Wert von Dingen zu ergründen, Fragen nach den Grundlagen der Weinkultur, zu Berufsethos und allgemeiner Verantwortung als Weltbürger zu stellen. Mit dem Ziel die eingefahrene Bewegungsrichtung gegebenenfalls anzupassen. Der Kopf raucht jedenfalls und die Haare lichten sich zusehends.

Anarchistischer Wein

Dieser kleine Aufsatz ist eigentlich nur als temporärer Ersatz für ein größeres „Werk“ gedacht gewesen, das leider noch immer nicht fertig ist. Es gibt aber einen Einblick darein, wie wir uns eine respektvolle Weinkultur bzw. einen respektvollen Umgang mit der gewachsenen Weinkultur vorstellen.

Anarchistischer Wein (Florian Weingart) | PDF

Preislistentexte

Dieses Archiv der Preislisten vergangener Jahre kann für und gegen mich verwendet werden. Es sind Dokumente der kontinuierlichen Auseinandersetzung mit der Weinwirtschaft. Es zeigt wie Pläne und Ideen formuliert werden und sich gelegentlich unter dem Zwang der Natur wieder ändern. Sie können mich an meinen Worten von Gestern messen und sehen was draus geworden ist. Sie können die Entwicklung unseres Angebotes und unserer Preise verfolgen. Ein paar schöne Photos sind auch dabei, wobei die schönsten ohnehin auf dieser Website verwurstet sind. Wer sich das also antut und da drinnen stöbert – nun – wird dachten es muss auch ein Angebot für echte Weinfreaks geben.

Das Archiv ist jetzt mit der Ausgabe von 2002 vervollständigt worden - die ersten Jahrgänge dieser Reihe mussten erst noch wieder digitalisiert werden. Es sind über die Jahre zumindest ein paar erinnerungswerte Sätze entstanden: "Gustare Aude! Habe Mut dich deines eigenen Geschmackes zu bedienen" aus dem Kantjahr 2004 möchte man gelegentlich über die Tür des Verkostungswagens nageln, insbesondere wenn wieder einmal Menschen Angst davor haben ihre Vorliebe für süße Weine zu gestehen. Ein Thema, das mich beim Jahrgang 2009 schreiben ließ: "Unglaublich stark ist der Jahrgang bei den restsüßen Weinen. Vielleicht stark genug, um verkrustete gesellschaftliche Konventionen aufzubrechen und ein Zeitalter der freien Liebe zum süßen Wein einzuläuten." Auf diese freie Liebe warten wir noch heute...

Aufsätze

Es besteht noch die Hoffnung, dass sich auch diese Rubrik im Laufe der Zeit füllt. Nicht ausschließlich mit Fragen des Weines, sondern mit den wechselnden Gebieten meines Interesses. Also auch etwas freakig.

Eine kurze Kulturgeschichte des Terroirs (von Florian Weingart)
De Veritate Vini Territoriorum
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Willensfreiheit – Illusion oder Wirklichkeit? (von Florian Weingart)
Warum wir wirklich frei sind und es uns nicht gibt
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Bodenpflege im Klimawandel (von Dr. Edgar Müller)
Dr. Edgar Müller referiert hier über zeitgemäße, umweltfreundliche Bodenpflege und gibt einen sachlich fundierten Kommentar zur Glyphosat-Hysterie. Ich denke es ist wichtig diese Diskussion aus der ideologischen Ecke zu holen. Gerade im Steilhang ist ein totaler Herbizidverzicht -in arbeitswirtschaftlicher, qualitativer UND ökologischer Sicht (Erosion, Grundwasserschutz) noch schwer umsetzbar. Dr. Edgar Müller ist einer der führenden deutschen Weinbauexperten mit jahrzehntelanger praktischer Erfahrung. Er unterrichtet am DLR Rheinhessen-Nahe-Hunsrück, Standort Bad Kreuznach.
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Archiv Weinbau

Mein Vater hat sich intensiv mit der Geschichte des Weinbaus am Mittelrhein, der Geschichte von Spay und Peterspay, sowie der Genealogie der Familie Weingart beschäftigt.
Meine Idee ist es, einige Kapitel für diese Seite aufzubereiten – allerdings ist das noch Zukunftsmusik. Zunächst gibt es hier historische Fotos, die ich verschiedenen Quellen verdanke, stellvertretend sei hier vor allem Rudolf Decker aus Boppard genannt. Schöne Einblicke in den Weinbau vor 1960.

Den folgenden wunderschönen Vortrag auf "Buppäda" Platt (im Bopparder Dialekt) erhielt ich freundlicherweise vom Winzerkollegen Ludwig Höffling aus Boppard, der ihn persönlich 1958 vorgetragen hat.  Er befaßt sich mit dem Beginn der Wegeerschließung im Bopparder Hamm, einem zaghaften Vorboten der späteren großen Flurbereinigung, die die Grundlage für die Erhaltung des Weinbaus im Bopparder Hamm geschaffen hat.

De Hammwech (Ludwig Höffling, 1958) | PDF

Fotos 1898-1949

Winzerverein Boppard 1898
Gründungszeremonie des Winzervereins Boppard aus dem Jahr 1898
Gruss aus Oberspay
Postkarte von Oberspay, Drucklegung 1901, die Hänge sind noch weinbaulich genutzt
Oberspay am Rhein im Frühling
Postkarte von Oberspay, Drucklegung 1940, zwischenzeitlich wurden die Hänge komplett mit Süßkirschen bepflanzt
In Winum Weritas
In Winum Weritas, 1920, nicht ganz lateinfeste Winzer in Boppard
Zweispänner
Lesegruppe mit Zweispänner, Weingut Adolf Janssen, Boppard, 1920er Jahre
Weinernte 1925
Lese an der B9 im Bopparder Hamm im Jahre 1925
Traubenlese im Bopparder Hamm
Traubenlese im Bopparder Hamm vermutlich in den 1930er Jahren. Pferdefuhrwerke mit Traubenbütten auf der heutigen B9. Die Winzer Toni Weiler und Emil Weiler links und rechts vom Pferd.
Weinfest im Mai 1938
Umzug mit Ochsengespann anlässlich des Weinfestes 1938
Josef Decker
Mein Großvater Josef Decker mit Holzlegel, 1940er Jahre
Bahnübergang Peternach
Bahnübergang Peternach im Bopparder Hamm
Oberspay am Rhein
Oberspay am Rhein vor dem Bau der Bundesstraßenumgehung, also vor 1954
Dampflokomotive
Dampflokomotive im Bopparder Hamm
Traubenlese
Traubenlese im Bopparder Hamm
Traubenlese im Bopparder Mühltal
Traubenlese im Bopparder Mühltal mit Hunsrückbahn, früher hieß es zu Boppard: Weinbau in 7 Tälern, weil neben dem Rheintal auch die bei Boppard einmündenden Seitentäler und das Urstromtal bei Buchenau weinbaulich genutzt waren.
Postkarte von Boppard
Postkarte von Boppard: Blick von der Thonetshöhe
Niederspay
Postkarte von Niederspay mit der Pfarrkirche St. Lambertus und der Marksburg
Durchstich im Bopparder Hamm
Berühmtes Photo vom Durchstich des ersten Erschließungsweges im Bopparder Hamm, verewigt in Ludwig Höfflings Geschichte vom „Hammwech“
Ochsengespann
Ochsengespann und Lesemannschaft im Bopparder Hamm 1940er Jahre
Adolf Weingart
Mein Vater Adolf alias James Dean bei der Lese mit Blechlegel, 1960er Jahre
Pause von der Traubenlese
Traubenlese 1960er Jahre, links meine Tante Maria, daneben mein Großvater Clemens Weingart

Fotos 1950-1979

Ochsengespann
Ochsengespann, das Transportmittel der meisten kleinen Winzer und Landwirte für Jahrhunderte, 1953, kurz bevor die Motorisierung mit Traktoren das Ende dieser Epoche einläutete
Ochse mit Fuhrwerk
Ochse mit Fuhrwerk, Traubenbütten, 1953. Pferde waren zu teuer im Unterhalt
Traktorgespann Buchenau, 1958
Am Steuer der heutige Archivar der Großfamilie Decker, Rudolf Decker (Stifter der meisten historischen Photos für diese Seite), Franz Decker & Rudi Neumann aus Köln, ein regelmäßiger Urlaubsgast, der kurioserweise immer in Anzug bei der Lese geholfen hat.
Campingplatz
Der Campingplatz im Bopparder Hamm bei Spay „Sonneck“
Befüllung des Legels
Mein Großvater Clemens Weingart und unbekannt bei der Befüllung des Legels, 1960er Jahre
Lese mit Holzeimer
Lese mit Holzeimer, Gotthard Decker, der Bruder meiner Mutter
Weinlese
Lese Ende 1970er Jahre
Weinlese
Lese 1970er Jahre, v.l.n.r.: Frau Strack, Frau Stüber, Frau Werner, Heinrich Deinet, Maria Volk
Feuerlay
zukünftiger Weinberg in der Flurbereinigung nach Felssprengung, Feuerlay ca. 1972
Josef Decker
Mein Großvater Josef Decker ca. 1980
Adolf Weingart
Mein Vater ca. 1980
Josef Decker
Mein Großvater Josef Decker ca. 1980
Lese
Auflesen der Bodentrauben
Lese am Ohlenberg
Lese am Ohlenberg, ca. 1980, mein Onkel Werner Volk
Transportschlitten
Traubentransportschlitten ca. 1980

Fotos 1980 bis heute

Heftarbeiten
Heftarbeiten im Sommer, Frau Stüber, 1980er Jahre
Einzelpfahl
Großvater am Einzelpfahl
Helga Weingart
Helga Weingart bei der Lese 1980er Jahre
Traubewagen
Geschmückter Traubewagen mit einem „Hänkel“ und ich, ca. 1981
Traubenlese
Traubenlese ca. 1983, v.l.n.r.: Josef Decker, Helga Weingart geb. Decker, Florian Weingart, Adolf Weingart, Günther Strack, Flür’ches Toni, Heinrich Deinet, Sohn von Heinrich Deinet, ??, Guido Weingart
Lese an der Stehleiter
Lese an der Stehleiter (Engelstein), mein „kleiner“ Bruder im Vordergrund, ca. 1987
Tanklager aus GFK
Tanklager aus GFK im Hauskeller 1980er Jahre, Holzfässer wurden ab Ende der 1960er Jahre abgeschafft, dann Umstellung auf Edelstahl ab 1991
Edelstahltanks
Edelstahltanks im Hauskeller ab 1991
Traubenwagen
Lese mit Traubenwagen 1976-1995, Bild mit meinem Vater ca. 1994
Rückschnitt
Rückschnitt der Wurzeln vor der Pflanzung
Lesekisten
Lese seit 1996 in kleinen Lesekisten und Transport bis zur Kelter (kein Traubenwagen mehr)
Beerenauslese
Beerenauslese ca. 1996
am Steinbruch
Lese am Steinbruch 1997
Traubenlese
Traubenlese im Weingut Weingart 2004
Trierer Rad
Lese ca. 2005, Lese im sogenannten Trierer Rad nach Dr. Slamka, heute fast wieder ausgestorbene Erziehungsform
Verkostungswagen
Unser Verkostungswagen, 2019

Wine in Moderation

Wine in Moderation

Wine in Moderation ist die Eigeninitiative der europäischen Weinwirtschaft, die für einen bewussten und moderaten Weingenuss wirbt. Dahinter steht auch politisches Kalkül: Nämlich eine restriktivere Alkoholpolitik der Europäischen Kommission zu vermeiden. Es zeigt aber auch die verantwortungsvolle Haltung einer Wirtschaftsbranche, die von der Erzeugung alkoholischer Getränke lebt.

Wein ist ein jahrtausendealtes Kulturgut aber es ist auch eine Droge, deren Missbrauch Gesundheit und Familien zerstört. Wir unterstützen die Ziele von Wine in Moderation durch unsere Mitgliedschaft seit Ende 2018. Der Weingenuß soll deshalb keine ernste Sache werden, im Gegenteil! Genießen Sie bewusst und mit Freude beste Weine!